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		<title>Ferroequinologist.de</title>
		<description>Sinnlose Homepage von Torsten</description>
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		<lastBuildDate>Tue, 10 Jan 2012 00:03:07 +0000</lastBuildDate>
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		<managingEditor>torsten@ferroequinologist.de (Torsten Kammer)</managingEditor>
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			<title>Semesterticket</title>
			<description><![CDATA[<p>Es ist beschlossen: Dass neue Semesterticket für die RWTH Aachen kostet 104,80€ im Semester, der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren (mit fixem Preis) und als Neuerung kann man jetzt zusätzlich Freunde oder Familie am Wochenende und am Abend mitnehmen. Ich hatte unter Twitter <a href="https://twitter.com/zcochrane">live über die Sitzung des Studierendendparlaments berichtet, auf der dies beschlossen wurde</a>. Nun ist etwas Zeit vergangen, und ich möchte das ganze noch mal kurz zusammenfassen und bewerten.</p>

<h3>Die Konditionen</h3>

<p>Zuerst die wichtigsten Daten: Das Ticket gibt es ab Sommersemester 2012. Der Geltungsbereich ist wie gewohnt: Alles in NRW, und die Buslinien der ASEAG (bzw. im Auftrag der ASEAG) nach Vaals und Kelmis, sowie all die ganzen Zusatzgebiete für das NRW-Tickets. Der Grundpreis beträgt 102,42€ und ist für die gesamte Laufzeit des Vertrags fix. Dazu kommen im ersten Jahr (also Sommersemester 2012 und Wintersemester 2012/13) noch 2,38€ für die Personenmitnahme, für einen gesamten Preis von 104,80€.</p>

<h3>Personenmitnahme</h3>

<p>Unter dem sperrigen Punkt versteckt sich, dass man jemand anderen ohne Aufpreis mitnehmen kann. Dies gilt Werktags ab 19:00 und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen, aber nur im AVV-Bereich (ob hier die internationalen Buslinien dazu gehören weiß ich nicht. Ich habe einen E-mail an den AStA geschickt, aber dass der noch nicht geantwortet hat verwundert sicher nicht).</p>

<p>Dies ist in der Laufzeit begrenzt bis einschließlich Wintersemester 12/13. Im Sommersemester wird eine Studie über die Nutzung dieser Mitnahme angefertigt; danach kann sich das Studienparlament neu entscheiden (tut es dies nicht, dann endet die Vereinbarung automatisch). Von den Kosten für die Studie trägt die Studierendenschaft ein Drittel, aber gedeckelt auf 3500€.</p>

<p>Unabhängig davon können bis zu drei Kinder von sechs bis zwölf Jahren kostenlos mitgenommen werden, für die ganze Laufzeit des Tickets (Kinder unter sechs fahren eh kostenlos im AVV). Eine kuriose Bedingung die wohl von der FH gefordert wurde, aber für umsonst werde ich mich nicht darüber beklagen.</p>

<h3>Die Verhandlung</h3>

<p>Im Nachhinein kann man nur sagen: Der AVV hat gewonnen. Das neue Ticket ist tatsächlich sogar etwas teurer als das Angebot, dass im Dezember 2011 einstimmig vom Studierendenparlament abgelehnt wurde (hat dafür aber eben auch die Personenmitnahme). Die <a href="http://www.alfa-aachen.de/2012/01/05/warum-haben-die-mitglieder-des-studierendenparlaments-eigentlich-das-semesterticket-angebot-abgelehnt-ein-erklaerungsversuch-der-allgemeinen-fachschaftsliste/">lange Begründung für die Ablehnung</a>, die die Allgemeine Fachschaftsliste (AlFa) veröffentlichte und die sogar noch mal ausgedruckt an alle Gäste verteilt wurde, ist letztlich ungehört geblieben. Dass der AVV jetzt etwas weniger Geld durch die Personenmitnahme kriegt (früher waren wohl 5€/Semester im Gespräch) wiegt da sicher nicht so schwer.</p>

<p>Natürlich hatte das Studierendenparlament am Ende keine andere Wahl, wie auch das sehr eindeutige Ergebnis (39 Ja-Stimmen, eine Enthaltung, ein Nein) zeigte, und persönlich finde ich das Angebot auch immer noch sehr, sehr gut für die Leistung. Aber sollten die Listen bei der nächsten Wahl zum Studierendenparlament behaupten, dies sei ein Erfolg für sie gewesen, dann würde ich das nicht so stehen lassen.</p>

<p>Interessanterweise wurde dies auch bei der Sitzung größtenteils ausgeblendet. Bis auf eine Dame (Sorry, ich habe mir hier die Namen nicht gemerkt), die dafür sehr insistierte, nahmen die meisten das Grundangebot als gegeben hin und debattierten vor allem über Sinn oder Unsinn der Personenmitnahme. Die Argumente dafür und dagegen waren größtenteils die selben: Es ist billiger als selbst eine Einzelfahrt (bzw. 3 Einzelfahrten innerhalb der <a href="http://aseag.de/Tickets_und_Tarife/Tickets/City-XL-Tarif/index.html">City-XL-Zone</a>), aber andererseits sicher kein unverzichtbarer Bestandteil der studentischen Mobilität. Nur ein MSP erwähnte, dass die Preisersparnis durchaus relativ ist: So lange mir meine Freunde nicht Geld für die Mitbenutzung des Tickets zahlen, spare ich ja eigentlich nichts.</p>

<p>Persönlich denke ich, dass die Personenmitnahme ein unnützer Luxus ist. Auf der anderen Seite: Wenn sie schon mal da ist, werde ich sie auch einsetzen, und ich denke schon dass ich die 2,38€ im Semester wieder raushole. Wenn zum Beispiel meine Eltern zu besuch sind, fahren wir oft am Wochenende mit dem Auto in die Aachener Innenstadt. Mit dem neuen Ticket müssen wir das nicht mehr zwingend tun.</p>

<h3>Neue Bahnstrecken</h3>

<p>Ein Punkt, der mir am Rande auffiel: Herr Sistenich vom AVV wurde immer mal wieder gefragt, was der AVV denn so für Verbesserungen plane. Abgesehen von sehr vagen Aussagen zu mehr Nachtbussen führte er immer wieder die Bahnstrecke nach Heinsberg und den Ringbahnschluss an. Beide Projekte sind für mich als Bahnfan sehr interessant, aber der Nutzen für Studenten ist eher fragwürdig.</p>

<h4>Wurmtalbahn</h4>

<p>Die Bahnstrecke Heinsberg-Lindern, auch bekannt als Heinsberger Bahn oder jetzt vor allem <a href="http://www.wurmtalbahn.de/">Wurmtalbahn</a> ist ein sehr interessantes Projekt der Reaktivierung, besonders da die Strecke elektrifiziert wird. Da aber nur 200 Studenten in Heinsberg wohnen, bringt es nicht wirklich viel. Natürlich wird Heinsberg damit interessanter als Studentenschlafort, aber diese Aufwertung ist nicht die Aufgabe des Semestertickets. Nebenbei liefert das geplante Flügelzugkonzept (zwei Triebwagen Baureihe 425 fahren in Aachen los und werden in Lindern getrennt; einer fährt nach Heinsberg, einer nach Krefeld) mehr Sitzplätze im Abschnitt Aachen-Lindern, aber ob die so dringend gebraucht werden? Tatsächlich klingt die Sitzplatzzahl für mich arg übertrieben; ein 426er (nur halb so lang) sollte es nach Heinsberg auch tun.</p>

<h4>Ringschluss</h4>

<p>Der Wiederaufbau der Strecke Alsdorf-Stolberg bindet Würselen ins Euregiobahn-Netz ein und bietet die Möglichkeit, Züge von Stolberg über Aachen, Herzogenrath, Alsdorf und Würselen wieder nach Stolberg fahren zu lassen (wo sie die Fahrrichtung ändern müssten für die nächste Runde). Nette Sache, aber man muss auch sagen: Die neue Strecke umfährt Aachen und die RWTH in einem weiten Bogen. Für Würselener wäre die Reise mit der Bahn zum Aachener Westbahnhof bestenfalls genauso schnell wie mit dem Bus zu fahren. Die Strecke dient Leuten, die durch die StädteRegion fahren wollen, aber nicht Pendlern die in die Aachener Innenstadt oder eben zur RWTH wollen.</p>

<p>Beide Projekte sind Sachen, auf die der AVV sicher Stolz sein kann, aber ein echter Vorteil für die Studenten entsteht hier nicht. Im Umkehrschluss heißt das auch: Die Projekte würden und werden auch ohne Studenteninteresse entstehen; es macht also keinen Sinn die Studenten hier überdurchschnittlich an der Finanzierung zu beteiligen.</p>

<h3>Fazit</h3>

<p>Mit dem neuen Semesterticket hat letztlich der AVV die Verhandlungen gewonnen. Weder auf der Preis- noch auf der Angebotsseite gab es echte Verbesserungen. Die Personenmitnahme ist kein schlechtes Trostpflaster, aber eben auch nicht mehr als das. Mich stört es nicht, denn das Ticket bleibt ja immer noch enorm günstig. Aber letztlich haben Studierendenparlament und AStA nicht die großen Ankündigungen erfüllen können, die es nach dem Ablehnen des letzten Angebots gab.</p>
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			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2012/1/Semesterticket</link>
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			<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 23:52:25 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>The Elder Scrolls VI</title>
			<description><![CDATA[<p>Skyrim, das fünfte Spiel in der beliebten und genialen Spielserie &#8220;The Elder Scrolls&#8221; ist rausgekommen und hat nur gute Reviews gekriegt (sieht man von den vielen Bugs ab). In vielen Reviews gab es perfekte Bewertungen, und in jeder Liste der Top Ten Spiele 2011 ist es ganz oben oder zumindest unter den ersten. Nicht schlecht. Ich selbst bin ein großer Fan[^1]. Aber ist das wirklich alles, was diese Serie uns bieten kann?</p>

<p>Ich denke die letzte wirklich große Innovation in der Elder Scrolls Serie war Morrowind (The Elder Scrolls III). Eine komplette Insel, detailreich gezeichnet, viele Storylines, Interaktivität mit so ziemlich allem und das schönste Wasser, dass es bis dahin gab &#8212; Morrowind war ein echter Meilenstein. Mit Oblivion (TES IV) hat Bethesda, der Entwickler, viel verbessert und erweitert. Und Skyrim verbessert und erweitert immer mehr, mit einem neuen Interface, mehr Gameplay mit weniger Ecken und schönerer Grafik. Ich würde sagen, Skyrim ist das beste Morrowind, das Bethesda machen kann. Mit Ausnahmen, natürlich, wie den Mud Crabs (Schlammkrabben) und sicher tausend anderen. Vermutlich könnte Bethesda auch noch ein viertes Morrowind-artiges Spiel herausbringen. Aber ich denke, es wird Zeit, darüber nachzudenken, was danach kommt.</p>

<p>Denn obwohl alles so toll ist, zeichnen sich all diese Spiele durch gemeinsame Probleme und Grenzen aus. In manchen Bereichen hat Bethesda ständig daran gefeilt; in anderen tut man nur so als würden sie nicht existieren. Die Serie hat Raum für mehr als nur neue Anstriche, Landschaft und Story. Hier sind ein paar Punkte, über die ich nachgedacht hatte:</p>

<h2>Meine Welt</h2>

<p>Vermutlich eine der besten Sachen in den Elder Scrolls Spielen ist, dass das Spiel für zwei verschiedene Spieler komplett unterschiedlich ist. Wie entwirft man seinen Charakter? Welche Waffen und Taktiken bevorzugt man? Welche Missionen erledigt man und in welcher Reihenfolge? Man kann wirklich eine komplett eigene Spielerfahrung und einen komplett eigenen Charakter machen. Ich hätte gerne, dass man das mit der ganzen Welt kann.</p>

<p>Im Augenblick kann man Häuser kaufen und erweitern. Morrowind erlaubt es, neue Häuser zu bauen, und Skyrim und Oblivion fangen jeweils mit der Zerstörung einer Kleinstadt an. Aber diese ersetzen nur einen vor-designten Teil der Welt durch einen anderen. Ich möchte eine kleine Farm in den Ebenen östlich von Whiterun bauen, eine Brücke haben wo noch keine existiert oder Wald abholzen oder aufforsten. In all den Storylines des Spiels bin ich der Auserwählte. Wieso sollte ich da nicht ein bisschen Immobilien bauen können?</p>

<h2>Personen, nicht NPC</h2>

<p>Die NPCs (Non-Player Characters) sind im Laufe der Serie immer besser geworden, aber das war vor allem die Interaktion mit ihnen. Die Texte waren schon immer gut, aber die anderen Leute bleiben einfach nur Konversationsspender. Sie handeln nicht wirklich, und es fällt schwer mit ihnen eine Beziehung aufzubauen. Tatsächlich versuchen alle Spiele, dies irgendwie zu beheben. In Morrowind und Oblivion ist es der &#8220;Mag mich&#8221; Messwert, in Skyrim kann man tatsächlich NPCs heiraten - und es ist immer grauenhaft implementiert. Es fühlt sich einfach nur steif und künstlich an. Im Vergleich zu (zugegebenermaßen deutlich kleineren) Spielen wie denen in der Half-Life Serie ist es einfach nur Mist.</p>

<p>Das ist eine große Sache, und vermutlich sehr aufwändig. Keine Ahnung, was nötig wäre. Vielleicht Figuren mit echter Gestik? Vielleicht mehr als einfach nur herumstehen oder das tun, was man vorher schon tat? Vielleicht Ehepartner die mehr als fünf Sätze sagen können und sich mehr kümmern als ein Angestellter der viel &#8220;my love&#8221; sagt? Es ist keine kleine Sache, aber obwohl es schon besser ist als in Morrowind und Oblivion ist Skyrim immer noch nicht sehr gut darin, Unterhaltungen echt interessant zu machen.</p>

<h2>Angewandte Physik</h2>

<p>Es gibt derzeit genau zwei Verwendungen für die Physikengine, die mit Oblivion eingeführt wurde: Ein Geräusch machen, um Leute wegzulocken, und einen Eimer über den Kopf eines Ladenbesitzer zu setzen so dass er nicht merkt, wenn man all seine Waren stiehlt. Es muss nicht immer das alte Wippen-Puzzle sein, aber mehr interessante Anwendungen für Physik würden nicht schaden. Beispielsweise hat das Spiel Magie. Wieso nicht etwas Telekinese?</p>

<p>Damit verbunden: Schiffe und Wasser waren immer ein wichtiger Teil der Spiele, aber ich kann kein Boot verwenden oder auf einem Dock in der Bucht sitzen und zuschauen wie die Schiffe einfahren. Mit der aktuellen Engine wäre das auch ziemlich sicher unmöglich, und ich finde das schade.</p>

<h2>Einer von vielen</h2>

<p>In allen Spielen bin ich der auserwählte Held und werde Anführer von jeder Organisation, der ich beitrete<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" rel="footnote">1</a></sup>, und aus gutem Grund: Ich bin der einzige, der tatsächlich etwas tun kann. Zu einem gewissen Grad macht das Sinn: Es wäre albern und doof, wenn ich eine Mission beginne, aber dann feststelle, dass ein anderer Abenteurer schon die ganze Sache erledigt hätte (ob mit oder ohne Pfeil im Knie). Aber dadurch wirkt die ganze Welt leer, und es ist schon komisch wenn ich den Job habe, jemanden einen Brief zu geben, obwohl der Adressat nur zwanzig Meter vom Sender entfernt wohnt. Ich hätte gerne NPCs die tatsächlich reisen und Sachen selbst tun. Wenn ich jemand anheuern könnte, einen langweiligen Quest für mich zu machen, würde ich sicher nicht nein sagen. Und wenn ich NPCs Dinge beibringen könnte, für Geld oder bei Freunden auch nicht (Lydia braucht mehr Sneak), dann werde ich sicher nicht nein sagen.</p>

<p>Das mit dem Prinzip zu balancieren, dass alles wichtige vom Spieler ausgelöst werden muss, ist sicher nicht trivial. Auch müssen wichtige NPCs immer verfügbar sein. Aber so wie es ist wirkt die Welt doch noch immer ziemlich leblos.</p>

<h2>Das innen war außen</h2>

<p>Skyrim hat eine klare Trennung zwischen innen und außen. Jeder Innenbereich ist ein neues Level mit wenigen, klar definierten Übergangspunkten zu anderen Leveln (oder außen) und keiner weiteren Interaktion zwischen diesen Leveln. Das heißt, wenn man innen ist kann man nicht durch Fenster sehen, und man entkommt sogar einem Drachenangriff in dem man einfach ein Haus betritt.</p>

<p>Das ist nervig, so weit es die Grafik betrifft. Wieso gibt es so schöne Städte wie Markarth und Solitude, wenn man sie am Ende doch nicht von den Häusern sieht, die man dort kauft? Aber für die Spiellogik ist die Trennung nur noch albern. Banditen in einem Raum merken nicht, wenn ich alle ihre Freunde direkt vor der Tür töte. Diese Trennkanten gehören zu den nervigsten Aspekten der gesamten Engine. Die also folglich ausgetauscht gehört.</p>

<h2>Der Rest</h2>

<p>Man kann vieles wollen. Mehr Abwechslung als &#8220;Gehe zu einer Höhle und töte alles dort&#8221; wäre nett (es gibt anderes, aber die Hälfte der Zeit ist es doch so). Tiere die einen nicht alle und sofort töten wollen hätten etwas. Aber für sich gesehen sind das nur Optimierungen der bestehenden Formel, nichts neues.</p>

<div class="footnotes">
<hr />
<ol>

<li id="fn:2">
<p>Bis auf das Imperial Bard&#8217;s College. Dort gibt es nur Quests, um Instrumente aufzusammeln die irgend jemand versehentlich in einer Höhle voller Zombies vergessen hat. Nie bringt einem jemand bei, zu singen. Das ist doch Mist.&#160;<a href="#fnref:2" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

</ol>
</div>
]]></description>
			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/12/The+Elder+Scrolls+VI</link>
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			<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 15:25:12 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Eberl vs. Junk</title>
			<description><![CDATA[<p>Am 11. September 2011 ist in Goslar die Stunde der Wahrheit: Es ist Kommunalwahl in Niedersachsen, und dabei wird ein neuer Oberbürgermeister gewählt, als Nachfolger von Henning Binnewies (SPD), der <a href="http://ferroequinologist.de/de/blog/2011/4/Was+nun+mit+Goslar%3F">vor kurzem abgewählt wurde</a>. Ich überlege hier mal laut über die Kandidaten.</p>

<p>Derer gibt es insgesamt fünf, aber drei kann man ignorieren. <a href="http://www.dielinke-goslar.de/">Rüdiger Wohltmann</a> (DIE LINKE) ist wohl der größte unter den Kleinen, denn als einziger Goslarer und lange Jahre führendes Mitglied der hiesigen SPD, nicht zu vergessen stellvertretender Bürgermeister, hat er durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad. Die Linke ist aber in Goslar zu klein, um ihm realistische Chancen zu geben. <a href="http://www.buergerliste-goslar.de/">Henning Wehrmann</a> ist Vorsitzender und manchmal denkt man Alleinmitglied der Bürgerliste Goslar, und vor allem bekannt als der, der im Goslarer Rat rummault wenn der Rest sich einig ist. Keinesfalls eine völlig unnütze Rolle. Das er kandidiert ist genauso sicher wie, dass er nicht gewinnen wird. Der letzte Kandidat ist Michael Lieblang (keine Website die ich finden konnte), ein Einzelkandidat und gelernter Bäcker (derzeit wegen Berufsunfähigkeit arbeitslos), der vorher noch nie auf der politischen Bühne aktiv war. Laut der <a href="http://www.goslarsche.de/">Goslarschen Zeitung</a> ist nicht mal sicher, ob er sich selbst wählen würde.</p>

<p>Es verbleiben also zwei ernstzunehmende Kandidaten: <a href="http://www.starkes-goslar.de/">Dr. Christian Eberl</a>, FDP, der von der SPD, der FDP und den Grünen unterstützt wird, und <a href="http://www.junk-fuer-goslar.de/">Dr. Oliver Junk</a>, CSU (stammt aus Bayreuth), der von der CDU aufgestellt wurde. Ich sehe eine Reihe von Problemen, die beide lösen müssen.</p>

<ol>
<li>Die Stadt Goslar ist arm. Egal was passieren soll, es fehlt an Geld. Irgendwo müssen also Ausgaben gekürzt werden - keine große Sache, sollte man meinen, denn Goslar leistet sich relativ viel Luxus wie eigene Schulen, ein riesiges Kulturprogramm und so weiter. Auch an der Einnahmeseite kann man schrauben, besonders über eine Straßenausbausatzung, die schon seit Ewigkeiten als Schreckgespenst durch den Rat geistert, weil damit Hausbesitzer Geld für schon vor Jahren sanierten Straßen bezahlen sollen.</li>
<li>Gleichzeitig kann die Stadt Goslar aber auch nicht zu viel kürzen. Das Goslarer Schulsystem braucht eher mehr als weniger Geld. Das Kulturprogramm ist ein wesentlicher Punkt im Wettstreit mit Nachbarstädten wie Bad Harzburg, Wernigerode, oder sogar Braunschweig. Die Goslarer Straßen erhalten schon seit Ewigkeiten viel zu wenig Geld.</li>
<li>Der Punkt von alledem: Goslar verliert massiv an Einwohnern, teilweise weil Leute eher in Braunschweig oder Wolfsburg arbeiten, teilweise weil sie eher in Neubaugebiete im Harzvorland ziehen. Irgendwie muss Goslar deutlich attraktiver werden, sowohl für Familien als auch für Investoren, und wenigsten dass, was die Stadt hat, bewahren. Das kostet Geld, welches die Stadt nicht hat.</li>
</ol>

<p>Kein einfaches Problem. Die Webseiten der Kandidaten helfen auch kaum weiter, da beide nur Probleme im Detail benennen, aber keine Lösungsvorschläge machen. Aber zwischen den Zeilen kann man doch etwas erkennen.</p>

<h3>Christian Eberl</h3>

<p>Man kann es gleich sagen: Wahrscheinlich wird er es. Mit Unterstützung von SPD, FDP und den Grünen hat er nicht nur die Hälfte der Goslarer Parteien auf sich vereint, sondernd auch noch die größten - SPD und FDP stellen derzeit die Koalition im Stadtrad, und besonders die SPD ist in Goslar traditionell recht stark.</p>

<p>In seinem Wahlprogramm legt er einen starken Fokus auf die Wirtschaft, die es zu fördern gilt. Im kulturellen Bereich will er das Odeon, das Goslarer Theater, zu einem Multifunktionalen Gebäude ausbauen, dass auch Teile der Veranstaltungen des Hotels Achtermann übernimmt. Das ist durchaus ein indirekter Angriff auf diejenigen, die gerne ein Gebäude hätten was nur als tolles Theater arbeitet.</p>

<p>Natürlich soll das EFZN (Energieforschzungszentrum Niedersachsen) weiter gefördert werden, wie auch die Schulen, und dabei viel Zusammenarbeit mit den anderen Städten in der Region geschehen.</p>

<h3>Oliver Junk</h3>

<p>Liebe CDU-ler, die ihr dies lest, lasst es mich mal ganz deutlich sagen: Ja, das Wort &#8220;Junk&#8221; klingt so ähnlich wie &#8220;jung&#8221;. Aber im Englischen heißt &#8220;Junk&#8221; einfach nur &#8220;Müll&#8221;, was durch das Wort &#8220;Junk-Food&#8221; für Essen z.B. von McDonald&#8217;s doch hinreichend bekannt sein sollte. Man sollte also <strong>niemals</strong> Werbesprüche wie <em>Goslar wird Junk!</em> verwenden.</p>

<p>Nun gut. Junk kommt aus Bayreuth und hat noch nicht mal von der CSU zur CDU gewechselt, so dass er als Einzelkandidat auf dem Wahlzettel erscheinen wird. Wer daher seine Abneigung gegen ihn Ausdrücken will, nennt ihn den Menschen von der CSU, um so seinen Exotenstatus herauszuheben. Ich persönlich hätte auch lieber einen Goslarer im Goslarer Rathaus, aber andererseits ist im Ratskeller schon seit Jahren ein bayrisches Restaurant, und das scheint auch keinen zu stören.</p>

<p>Eines seiner Hauptargumente ist die Förderung von Familien, wobei er meint dass Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen die beste Familienpolitik sind. Allerdings erwähnt er Punkte wie Kinderkrippen, Kindergärten und so weiter auch. Mittelkürzungen im Bereich Kultur lehnt er ab. Natürlich ist auch er wirtschaftsfreundlich, natürlich fördert auch er das EFZN, und natürlich will auch er mehr Zusammenarbeit in der Region.</p>

<h3>Zusammenfassung</h3>

<p>Beide Wahlprogramme sind äußerst dürftig und enthalten vor allem Allgemeines. Lösungsansätze sind Mangelware. Dabei glaube ich kaum, dass es diese nicht gibt; aber wie sie im Detail aussehen, ist wohl noch geheim. Ehrlich gesagt finde ich das etwas frustrierend.</p>

<p>Rein subjektiv betrachtet hat Christian Eberl die bessere Homepage; und dass er direkt von vielen der Goslarer Ratsfraktionen unterstützt wird kann nicht schaden. Dazu hat er auch einen etwas besseren Draht zu den Problemen der Region, da er ja gerade von hier kommt. Eine Wahlempfehlung ist das aber noch nicht; Ich persönlich bin noch unschlüssig, wen ich wählen werde. Keiner der beiden wirkt völlig inkompetent, aber beide haben auch kein Geheimrezept für die grundlegende Sanierung der Stadt in der Tasche.</p>
]]></description>
			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/9/Eberl+vs.+Junk</link>
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			<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 09:02:50 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Sind Bundeswehrsoldaten Helden?</title>
			<description><![CDATA[<p>Die Frage ist mit Absicht provokant gestellt. Ich beziehe mich hier explizit nicht auf die deutsche Geschichte, sondernd statt dessen auf die Realität in anderen Staaten, wie den USA, dem Vereinigten Königreich und so weiter. Besonders in den USA ist es allgemein anerkannt, dass Soldaten etwas wichtiges tun, für ihr Land arbeiten, Helden sind und so weiter. Praktisch sieht man das beispielsweise an der gelben Schleife, die Unterstützung für Truppen ausdrückt, daran, dass Fremde anscheinend gerne Soldaten in einer Bar etwas zu trinken kaufen und ähnlichem. Wir deutschen haben auch Soldaten in Afghanistan. Wieso gibt es bei uns so etwas nicht mal ansatzweise?</p>

<p>Das ist unabhängig von der Frage, ob wir den Krieg in Afghanistan (und es ist ein solcher, machen wir uns da nichts vor) gut finden oder nicht. Ich persönlich glaube nicht, dass er uns hilft, und habe große Zweifel ob am Ende ein Afghanistan rauskommt, das langfristig friedlicher und freundlicher bleibt als es vorher war. Aber der Krieg wird nun mal in unserem Auftrag gekämpft. Zwar sind die meisten Deutschen dagegen, wenn man sie denn fragt, aber anscheinend nicht so sehr, dass sich die Meinung der meisten Bundestagsparteien dadurch ändern würde &#8212; und wie man an der Atomkraft sah, kann sich diese Meinung oft erstaunlich schnell ändern.</p>

<p>Wir sind im Allgemeinen damit zufrieden, wenn der Krieg hinter verschlossenen Türen abläuft. Was die Bundeswehr da genau tut, ob gut oder schlecht, wird ignoriert. Wir erfahren von Soldaten, die getötet werden, hin und wieder. Wobei das geschah? Man denkt fast, es ist ihre Hauptaufgabe, Konvois durch die Gegend zu fahren, immer schön im Kreis bis etwas explodiert, so vage sind die Angaben. Auf der anderen Seite wäre es auch durchaus interessant zu wissen, wie viele Menschen schon von Bundeswehrsoldaten direkt oder indirekt getötet wurden. Der eine Bombenangriff ist bekannt, aber wie viele Fälle gab es, die als gerechtfertigt bezeichnet wurden und von denen wir nie erfahren haben?</p>

<p>Ich denke nicht, dass unsere Soldaten wirklich die Definition als &#8220;Helden&#8221; erfüllen. Aber sie machen verdammt gefährliche Jobs in unser aller Auftrag. Das verdient sicher wenigstens ein bisschen Anerkennung, aber vor allem auch viel Aufmerksamkeit von uns. Wir sollten uns genauer anschauen, was die Leute dort machen. Und wenn uns das nicht gefällt, wäre es vielleicht keine schlechte Idee, dies unseren Politikern deutlich zu sagen.</p>
]]></description>
			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/8/Sind+Bundeswehrsoldaten+Helden%3F</link>
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			<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 07:41:42 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Stressless Bahnhof?</title>
			<description><![CDATA[<p>Es wurde schon viel über, für und gegen Stuttgart 21 gesagt, und zum größten Teil habe ich das ignoriert, weil andere es besser wussten und die meisten Informationen eh nicht öffentlich waren. Jetzt gibt es aber endlich ein schönes, langes, trockenes, technisches und erstaunlich spannendes Dokument, das man analysieren kann: <a href="http://www.deutschebahn.com/site/shared/de/dateianhaenge/presse/stuttgart21__stresstest.pdf">Der Audit des Stresstests</a>.</p>

<p>Der Stresstest war ein Ergebnis der Schlichtung: Die Bahn sollte sich einen Fahrplan ausdenken mit 30% mehr Zügen, und dann beweisen, dass dieser in Stuttgart funktioniert, mittels einer großen Computersimulation. Um zu zeigen, dass die Bahn nicht geschummelt hat, sollte die Schweizer Firma SMA und Partner ein Audit des Tests und der Ergebnisse machen. Dieses Audit liegt seit kurzem vor, und schon beginnen die Analysen.</p>

<p>Natürlich meint die Deutsche Bahn, dass der Stresstest bestanden ist, mit offiziellem Siegel. Natürlich meinen die Gegner, dass das vorliegende Dokument dies nicht beweist. Beide Sichtweisen kann man gut begründen. Oder man kann natürlich machen, was man in Deutschland seit Februar immer macht: Ein Wiki öffnen, in dem das diskutiert wird. In diesem Fall heißt das Ding <a href="http://de.auditplag.wikia.com/wiki/Auditplag_Wiki">Auditplag</a>.<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup> Dieses scheint noch sehr in der Anfangsphase. Fürs erste empfehlen kann ich die Kurzanalysen <a href="http://www.rems-murr-gegen-s21.de/files/Offener_Brief_Stohler_110719.pdf">http://www.rems-murr-gegen-s21.de/files/Offener_Brief_Stohler_110719.pdf</a>, <a href="http://www.zukunft-mobilitaet.net/5305/eisenbahn/stuttgart-21-stresstest-download/">http://www.zukunft-mobilitaet.net/5305/eisenbahn/stuttgart-21-stresstest-download/</a> oder <a href="http://railomotive.com/2011/07/sma-distanziert-sich-von-testergebnis-und-fordert-umsetzung/">http://railomotive.com/2011/07/sma-distanziert-sich-von-testergebnis-und-fordert-umsetzung/</a> empfehlen (alle gefunden via Auditplag).</p>

<p>Ein paar entscheidende Kernpunkte:</p>

<ul>
<li><p>Was ist überhaupt eine gute Betriebsqualität? Die Schlichtung hat das nicht definiert, daher ging DB Netz von der eigenen, schon länger existierenden Norm des &#8220;wirtschaftlich optimalen&#8221; Betriebs aus. Das heißt vereinfacht gesagt, dass die Züge am Ende des Bahnhofs höchstens genauso viel Verspätung hatten wie bei der Einfahrt.</p>

<p>Das kann der Bahnhof wohl auch, wie der Test und das Audit belegen. Größere Störungen im Rest des deutschen Bahnsystems kann und soll der Bahnhof aber nicht abfedern. Wie manche der Kritiker schon sagen: Der Bahnhof hat eine &#8220;2&#8221; gekriegt, keine &#8220;1&#8221;. Zählt das noch als Bestanden?</p></li>
<li><p>Sind die Vorraussetzungen des Tests sinnvoll? Das ist sehr schwer zu beurteilen. Beispielsweise wirken einige der Haltezeiten der RE-Züge erstaunlich kurz. 90 Sekunden im Minimalfall ist vielleicht in Düren eine realistische Option, aber verglichen mit Großstädten wie zum Beispiel Hannover wirkt das doch sehr eng. Auch die Wendezeiten von minimal fünf Minuten kriegt man vielleicht hin und wieder hin, aber kann man davon ausgehen, dass das immer klappt, wenn es notwendig wird? SMA kann darauf keine Antworten liefern, besteht aber immerhin auf diesen 5 Minuten/90 Sekunden auch gerade da, wo das von DB Netz nicht vorgesehen war.</p></li>
<li><p>Einige Bereiche des entstehenden Systems in Stuttgart werden auf jeden Fall angespannt sein, insbesondere die S-Bahn. Und das ist unter der Annahme, dass diese besser ausgebaut wird, was derzeit so noch nicht geplant ist.</p></li>
<li><p>Es konnten keine sehr großen Verspätungen simuliert werden, wie sie ja im praktischen Leben immer wieder vorkommen. In solch einem Fall muss ein Disponent entscheiden, was passiert. Das lässt sich in einer Simulation nur in einem sehr geringen Maße implementieren, weil das irgendwo auch eine kreative Aufgabe ist.</p></li>
<li><p>Es gab (wie auch vereinbart) keinen Vergleich mit dem Hauptbahnhof, wie er derzeit besteht, oder mit einem der Kopfbahnhof 21-Projekte. Das heißt praktisch: Es ist nicht bewiesen, das Stuttgart 21 irgend etwas verbessert, nur dass er zumindest gewissen Verbesserungen im Nahverkehrssystem Baden-Württemberg nicht im Weg steht.</p></li>
</ul>

<p>Zusammengefasst kann man also sagen: Der Stresstest beweist, dass Stuttgart 21 nicht zum Kollaps führen wird. Ob S21 deswegen eine gute Idee ist wird dagegen nicht beantwortet (was SMA sogar noch mal extra betont).</p>

<div class="footnotes">
<hr />
<ol>

<li id="fn:1">
<p>Ist &#8220;-plag&#8221; für jedes umstrittene Dokument jetzt das deutsche Gegenstück zum englischen &#8220;-gate&#8221; für jeden Skandal? Was auch immer man von dem Bericht hält, die Leute bei SMA werden ihn wohl kaum abgeschrieben haben.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

</ol>
</div>
]]></description>
			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/7/Stressless+Bahnhof%3F</link>
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			<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 14:35:26 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Fluch der Karibik 4</title>
			<description><![CDATA[<p>Am Donnerstag sah ich mir den vierten Fluch der Karibik-Film an, der aus unerfindlichen Gründen den Untertitel &#8220;Fremde Gezeiten&#8221; erhalten hat. Wie immer wenn ich darüber blogge war ich nicht all zu beeindruckt. Daher hier eine kleine Review. Achtung, es wird Spoiler geben. Das sollte aber OK sein, denn dieser Film ist es nicht wert gesehen zu werden.</p>

<p>OK, das ist zu extrem. Der Film ist akzeptable Unterhaltung, ein guter Grund um Popcorn zu essen. Tatsächlich bezieht sich der größte Teil meiner Kritik auch auf den Teil, nach dem mein Popcorn ausgegangen ist. Keine Ahnung ob das relevant ist. Aber wer einen der ersten drei Filme auf DVD hat, besonders den ersten, der wird viel mehr Spaß haben wenn er sich das noch mal anschaut.</p>

<h3>Epic fail</h3>

<p>Dafür gibt es verschiedene Gründe, teilweise im Plot, teilweise in den Figuren. Am erstaunlichsten ist aber, dass der Film einfach nicht episch genug ist. In den alten gab es viele verschiedene Inseln, Schiff-zu-Schiff-Kömpfe, einen dreier-Kampf auf einem rollenden Rad und so weiter. Es war vielleicht teilweise zu viel, aber dafür schaut man sich die Filme halt an. Nummer vier, hingegen, spielt zuerst auf ein paar Sets die anscheinend vom Sherlock-Holmes-Film mit Iron Man übrig geblieben sind. Dann folgt ein kurzer Teil auf Schiffen, wo ein Schiff-zu-Schiff-Kampf vorbereitet wird, aber in der letzten Sekunde ausfällt, da die Buchhalter des Films ein Veto eingelegt haben. Nach ungefähr einem Drittel des Filmes wird schließlich die Insel erreicht, wo Oceanic Flight 815 abgestürzt war, und bleibt dort bis der Film vorbei ist.</p>

<p>Das gregorianische London ist hübsch, es gibt ein paar gute Schwertkämpfe und auch einige größere Szenen, aber im Vergleich zum ersten Film ist nichts davon besonders beeindruckend. Der Dschungel von Oahu ist klasse, aber nach sechs Staffeln von Lost nicht mehr wirklich frisch und neu. Tatsächlich sah er in Lost deutlich bedrohlicher aus, und wenn eine Fernsehserie die selbe Location besser aussehen lässt als ein Jerry-Bruckheimer-Film, dann ist irgend etwas schiefgelaufen.</p>

<h3>Plotten</h3>

<p>Die Fluch der Karibik-Filme dachten schon immer, dass man einen guten Plot ohne weiteres durch sehr viel Plot ersetzen kann, was zu einer Szene im zweiten Film führte wo zwei Nebencharaktäre sich noch mal gegenseitig die Handlung erklären müssen. Dieses Grundelement bleibt, aber nach dreißig Minuten hat man alles am Plot verstanden bis auf die Löcher, und damit ist er nur langweilig.</p>

<p>Neuer böser Pirat Blackbeard will die Quelle der ewigen Jugend, weil er sonst bald sterben wird. Alter böser Pirat Barbossa will Blackbeard töten. Blackbeards lang-verlorene und kürzlich wiedergefundene Tochter Penelope Cruz<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup> will ihren Vater retten. Kapitän zur See Jack Sparrow wird mitgeschleift, weil er angeblich etwas über den Jungbrunnen weiß (was er allerdings nicht tut) und anscheinend weil ihm langweilig ist. Ein Haufen unbenannter Spanier sucht ebenfalls nach der QdeJ, da den Autoren erst jetzt auffiel &#8220;Mensch, wir haben die ganze Zeit die spanische Armada vergessen!&#8221;. Zwei unbedeutende Nebencharaktere verlieben sich aus unerfindlichen Gründen auch noch.</p>

<p>Was mich am meisten stört ist, wie wenig Überraschungen es gibt. Am Anfang der Reise legt Blackbeard einen Plan vor, wie der Film gehen wird, und der wird dann brav abgearbeitet. Zwar gibt es ein paar Umwege, aber zu keinem Zeitpunkt muss Blackbeard seinen Plan in irgend einer Weise abändern. Die Leute sammeln brav die Plotcoupons und lösen sie dann für das Finale ein.</p>

<h3>Piraten und die Männer des Königs</h3>

<p>Normalerweise würde ich so einen schwachen Plot verzeihen, da die Filme alle ein großes Spektakel sind und die Charaktere herrlich. Nur leider fehlt es daran hier. Alle Motivationen der Charaktere sind Off-Screen, und sie könnten genauso gut auch sagen &#8220;Glaub mir einfach&#8221;. Liebt Penelope Cruz ihren Vater Blackbeard? Sie sagt ja, aber wir sehen nie wieso, oder ob er sie mag. Ist Barbossas Mission, Blackbeard zu töten, in irgend einer Weise wichtig? Barbossa scheint das zu denken, aber da wir nie ihre erste Begegnung sahen, ist das schwer zu sagen, besonders da Barbossa anscheinend keine Probleme mit Leuten hat, die ihn umgebracht hatten (wie Jack Sparrow). Jack wiederum scheint mal in Penelope Cruz verliebt gewesen zu sein und umgekehrt. Eine menschlichere Seite von Jack Sparrow zeigen, wie er sich tatsächlich in jemanden verliebt? Nee, zu viel Arbeit, lass uns davon ausgehen dass die Emotionen schon da sind und keine Erklärung brauchen. In das Schema passt es erstaunlich gut, dass der Film sogar zögert, die Gesichter der Charaktere zu zeigen. Jeder, der eingeführt wird, kriegt eine längere Szene in der wir anscheinend gespannt sein sollen, ob es statt Barbossa vielleicht doch eher Worf aus Star Trek ist, der hereinkommt. Keine Ahnung, ob das ein besserer Film gewesen wäre, aber zumindest wäre es mal was neues.</p>

<p>Captain Jack sollte, natürlich, immer der Kern des Films sein. Immer ein gewisses Mysterium, gleichzeitig lustig, und immer mit einer Strategie und einem Plan, kann er uns an jeder Ecke überraschen. Außer hier natürlich. Im London-Teil des Films gibt es ein paar gute Fluchtszenen, die aber alle damit beginnen, dass die Kamera uns genau die Elemente zeigt, die Jack dann später verwenden wird, damit wir auch ja nicht überrascht sind. Wenn dann die Schiffe und damit der Plot erst mal richtig losfahren, wird Jack komplett nutzlos. Normalerweise ist er in Kontrolle seines Schicksals und damit des Films. Hier ist er auf Blackbeards Schiff geschanghait worden und bleibt unter seiner Kontrolle bis zum Schluss. Nach einer kurzen Meuterei, die endet als Blackbeard auftaucht (denn wie alle wissen hat eine Meuterei offiziell verloren sobald der Captain davon erfährt), versucht er nicht mal mehr zu fliehen, und es fällt schwer zu erkennen, wieso er noch da bleibt. Er will nicht, dass Blackbeard die Quelle findet, er scheint Penelope Cruz zu mögen, er möchte ein MacGuffin das Blackbeard gehört, aber nichts davon erklärt wieso er so bereitwillig bei fast allem mitmacht.</p>

<p>Blackbeard ist natürlich der wahre Held des Films. Ja, man versucht uns fest zu erklären, dass er böse ist, aber das wird nie tatsächlich gezeigt. Er tötet einen der Anführer der Meuterei (gibt ihm aber zumindest eine theoretische Chance zu entkommen) und erschießt beinahe seine Tochter, versucht das aber vor ihr zu verbergen. Das ist zwar nicht nett, aber all das würde man Barbossa und Jack auch zutrauen, und die sollen hier die Guten sein. Blackbeard ist auch sehr erfolgreich, wenn auch nur bis zu einer Szene die praktisch direkt von Indiana Jones und der Letzte Kreuzzug gestohlen wurde.</p>

<p>Was allerdings auffällt ist, wie oft Blackbeard den Idiotenball tragen muss. Kein Charakter ist davor sicher, aber Blackbeard erwischt es am meisten. Er unternimmt zum Beispiel große Anstrengungen, um eine Meerjungfrau zu fangen. Wenn sie dann aber fast stirbt und nicht alleine weiterkommt, ist er bereit sie zu töten, völlig unabhängig davon, dass sie für ihn eine sehr große und wichtige Investition darstellt. Auch andere Charaktere sind so dämlich dass Jack Sparrow mehrmals darauf hinweisen muss, und ich denke Johnny Depp sollte in einem Piratenfilm nicht die Stimme der Vernunft sein.</p>

<p>Die anderen Charaktere bleiben eher unbedeutend. Wer den Trailer sah, könnte denken, dass Penelope Cruz ein würdiger Gegenspieler für Jack sein sollte. Aber mit drei männlichen Hauptpiraten konnte man anscheinend der Frau keine Bedeutung zumessen. Sie ist nie in Kontrolle von irgend etwas, sondernd folgt immer den Befehlen ihres Vaters. In jeder direkten Konfrontation mit Jack verliert sie, außer sie hat zusätzliche Hilfe. Aus feministischer Sicht ist das vermutlich sehr, sehr Böse. Auf jeden Fall ist es sehr langweilig und eine vertane Chance. Barbossa, dagegen, sieht aus als wäre er bereit für den Ruhestand in einer Londoner Stadtvilla. Mit einer neuen Position in der Royal Navy und nicht wirklich viel zu tun wirkt er vor allem alt, statt wie bisher nur so auszusehen.</p>

<p>Zuletzt gibt es die Liebesgeschichte zwischen einem Missionar (den Blackbeard vor langer Zeit mal eingefangen hatte) und einer Meerjungfrau, und es erstaunt mich echt wie jemand denken könnte, dies wäre gut. Vielleicht beweist dieser Blogpost ja, dass ich es nicht verstanden habe und das ganze in Wahrheit eine Parodie von Orlando Bloom und Keira Knightley ist. Auf jeden Fall ist der Charakter des Missionars todlangweilig und kann zusammengefasst werden als &#8220;beschwert sich mit Eifer&#8221;. Ich denke wirklich er kriegt nie einen Namen. Priester und so können gute Charaktere sein, wie die Fernsehserien Firefly und V beweisen, aber die Chance wird hier vertan. Moralische Anleitung für die Hauptcharaktere? Unwahrscheinlich gute Kampfkünste gegen die Mächte des Bösen? Innerer Konflikt zwischen dem Glauben an das Gute im Universum einerseits und der Realität der Piraten andererseits? Alles zu schwierig, lass ihn statt dessen eine Meerjungfrau küssen!</p>

<p>Die Meerjungfrau hat nun wirklich keinen Namen bis der Missionar ihr einen gibt (Syrena), denn nichts sagt &#8220;gleichberechtigte Beziehung&#8221; so sehr wie wenn die eine Seite der anderen ihre gesamte Individualität schuldet. Im Film sind Meerjungfrauen immer seelenlose und relativ geistlose Killermaschinen, und dass sie anders ist wird uns nur gesagt, ohne Erklärung wie genau. Insgesamt hat sie so drei Eigenschaften: Sie kann ein bisschen Mitgefühl zeigen; sie ist eine Jungrau in Nöten; und zuletzt sieht sie gut aus wenn sie nackt und nass ist. Und wir sollen glauben dass es Punkt eins ist, wegen dem sich der Missionar in sie verliebt hat?</p>

<h3>Spaß. Erinnert ihr euch noch daran?</h3>

<p>Was hier fehlt sind lustige Nebencharaktere in irgend einer Form. Das ist aber nicht verwunderlich, denn der größte Teil des Witzes der alten Filme (besonders des ersten) ist verloren. Jack Sparrow macht immer noch den einen oder anderen Witz, aber die meisten anderen Figuren scheinen zu denken, dass ihr Plot ernst und wichtig ist, was natürlich nicht stimmt.</p>

<h3>Das Urteil</h3>

<p>Das meiste, was an den alten Filmen gut war, ist weg. Nichts gutes neues wurde hinzugefügt. Der Film bereitet klar ein oder zwei Nachfolger vor, aber ich werde sie mir nicht anschauen. Ich muss noch mal sagen, dass der Film nicht in irgend einem Sinne schlecht ist, aber empfehlen kann ich ihn auch nicht.</p>

<div class="footnotes">
<hr />
<ol>

<li id="fn:1">
<p>Ich bin mir sicher dass ihr Charakter einen Namen hat, aber ich kann mich nicht dran erinnern und es interessiert mich auch nur wenig.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

</ol>
</div>
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			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/5/Fluch+der+Karibik+4</link>
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			<pubDate>Mon, 23 May 2011 11:29:01 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Guttenberg: Der Bericht</title>
			<description><![CDATA[<p>Es hat ein wenig gedauert, aber jetzt ist der <a href="http://www.uni-bayreuth.de/presse/info/2011/Bericht_der_Kommission_m__Anlagen_10_5_2011_.pdf">vollständige Bericht</a> der Kommission &#8220;Selbstkontrolle in der Wissenschaft&#8221; der Universität Bayreuth zum Thema Karl Theodor zu Guttenberg fertig und veröffentlicht. Nach dem Guttenberg zurückgetreten und größtenteils untergetaucht ist, würde man denken, dass das Thema eigentlich schon längst erledigt sei. Nur leider gibt es immer noch viele Menschen (besonders in der Facebook-Gruppe <a href="https://www.facebook.com/ProGuttenberg">&#8220;Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg</a>, die meinen, es war doch alles nicht so schlimm, und auf eine Rückkehr des ehemaligen Verteidigungsministers hoffen, und das macht diesen Bericht so furchtbar wichtig.</p>

<h3>Der Bericht</h3>

<p>Große Überraschungen enthält der Bericht auf seinen 25 Seiten nicht. Er beginnt damit, sehr detailliert zu erwähnen, dass die Uni sich selbst verpflichtet hat, solche Fälle zu untersuchen, schon lange bevor KT seinen Doktortitel erwarb. Vielleicht ist das nur normale Prozedur, aber wahrscheinlich ist den Autoren durchaus bewusst, dass Leute jetzt von einer Hetzjagd auf den arme, doch schon zurückgetretenen Karl-Theodor sprechen.</p>

<p>Dass plagiiert wurde bestreitet heute keiner mehr, und der Bericht sucht sich auch nur ein paar einzelne Beispiele heraus und verweist auf die allgemein bekannten Quellen (auch das <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">Guttenplag-Wiki</a>) für eine detaillierte Aufstellung.</p>

<p>Viel interessanter ist die Frage nach dem Vorsatz, den Guttenberg selbst ja immer noch bestreitet. Hier lässt die Kommission keinen Zweifel: Das kann nur Absicht gewesen sein. Guttenberg gibt ja durchaus Quellen an, nur verschleiert er, dass er diese Quellen teilweise komplett übernommen hat. Die von Guttenberg vorgebrachte Idee, dass er den Überblick verloren hat, überzeugt auch nicht - wer sich so viel mit fremden Texten beschäftigt sollte eher mehr über die Quellen wissen als weniger. Aber selbst wenn er den Überblick verloren haben sollte, meint die Kommission, dass hier eine vorsätzliche Täuschung vorliegen würde: Er hat grauenhaft mangelhaft gearbeitet (was er auch selbst zugibt) und dann hinterher trotzdem so getan, als wäre dies eine Arbeit, die nach wissenschaftlichen Standards erstellt sei, anstatt sie einfach nicht abzugeben und auf den Titel zu verzichten.</p>

<p>Zuletzt betrachtet wird natürlich auch die Frage, in wie fern die Uni und der Doktorvater schuld waren. Wenig überraschend erklärt der Bericht, dass den Doktorvater und den Zweitgutachter keine Schuld trifft. Man kann sich über diesen Punkt sicher gut streiten, aber selbst im schlimmsten Falle kann man beiden höchsten vorwerfen, nicht genau genug auf Guttenberg aufgepasst zu haben. Und besonders jemand, der Doktor sein will, sollte eigentlich zum selbstständigen Arbeiten, ohne ständige Kontrolle, in der Lage sein.</p>

<h3>Die Bedeutung</h3>

<p>Man kann Guttenberg immer noch gut finden. Tue ich persönlich nicht, aber ich will es niemand anderem nehmen; verglichen mit den Vorstrafenregistern mancher Hollywoodstars ist sein Fehlverhalten auf jeden Fall harmlos. Was ich aber nicht akzeptiere ist, wenn Leute behaupten, er habe gar nichts böses gemacht. Das ist schlicht und ergreifend Blödsinn. Er hat im großen Stil betrogen und belogen, um einen Doktortitel zu bekommen. Er hat vorsätzlich wissenschaftliche Standards und das Urheberrecht mit Füßen getreten, was unter Umständen auch noch strafrechtlich relevant werden kann. Und er streitet dies bis heute, trotz überwältigender Beweislast, ab. Unter diesen Umständen kann man zu Guttenberg einfach nicht als &#8220;ehrlich&#8221; bezeichnen, persönliche Meinung hin oder her. Der Komissionsbericht ist nun in so weit interessant, weil er noch mal schwarz auf weiß genau dies alles belegt: Guttenberg hat plagiiert, und das kann kein Versehen gewesen sein.</p>

<p>Ich hoffe ja, dass dies ein paar Leuten die Situation klar macht, aber ich habe nicht all zu große Erwartungen. Noch immer behaupten Leute, es seien Neider, die an allem Schuld waren, oder die Uni, die nicht genug aufgepasst hat. Wie Neider oder die Uni ursächlich dazu geführt haben, dass die Doktorarbeit ein Plagiat ist, wird aber wohl weiter ein Geheimnis bleiben.</p>
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			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/5/Guttenberg%3A+Der+Bericht</link>
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			<pubDate>Wed, 11 May 2011 12:28:33 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Lego Mindstorms Simulator</title>
			<description><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit hatte ich hier ja mal <a href="/de/blog/2010/4/Bachelorarbeit%3A+Lego+Mindstorms+simulieren+">über meine Bachelorarbeit geschrieben</a>. Das Thema war, einen Simulator für Lego Mindstorms Roboter zu schreiben, um Schulkindern besser das Programmieren beizubringen. Als ich jetzt gerade <a href="http://elearn.rwth-aachen.de/tiki-index.php?page=Kammer">meine Seite</a> im Wiki des Lehrstuhls aktualisierte, fiel mir auf, dass ich auch hier ja noch gar nichts dazu geschrieben hatte, wie das ganze ausgegangen ist und wie sich das seither entwickelt. Das muss ich dringend mal nachholen.</p>

<p>Natürlich ist die Arbeit fertig, aber ich habe seit dem an dem Simulator noch etwas gearbeitet. Hier mal ein aktueller Screenshot:</p>

<p><img src="/bachelorthesis/finished_screenshot_small.jpg" alt="Der virtuelle Roboter in einer virtuellen Umgebung." /></p>

<p>Die wesentlichen Grundfeatures haben sich dabei gar nicht so sehr gewandelt: Der Simulator führt Lego NXT Bytecode aus und ergibt damit Befehle für eine sehr, sehr einfache Physikschicht. Die bewegt den Roboter basierend auf den Motorwerten und kümmert sich um Kollisionen. Außerdem berechnet sie die aktuellen Werte der Sensoren, und liefert die wieder an den Bytecode-Emulator. Am oberen Ende sitzen eine Soundausgabe (und Soundeingabe, für den Schallsensor) und natürlich ein 3D-Interface, was nicht sonderlich aufwändig, aber sehr zweckmäßig ist.</p>

<p>Technisch gesehen ist das ganze nicht sonderlich aufregend, aber doch recht viel Schreibarbeit. Alles ist in C++ implementiert, die Grafik nutzt OpenGL, die Soundausgabe OpenAL und die Anbindung an das Betriebssystem geschieht mit SDL. Der wohl interessanteste Teil ist die Netzwerkunterstützung: Eine Netzwerkschicht sitzt noch zwischen Emulator und Physik und schickt Ausgabe-Befehle an den Server, beziehungsweise die fertigen Positionen und Sensorenwerte zurück an den Client. Im Vergleich zu richtigen Computerspielen ist das nicht sonderlich spannend implementiert, aber es funktioniert gut genug im LAN. Zu guter letzt gibt es noch ein paar Features am Rande, wie die Möglichkeit, den Roboter hochzuheben, zu drehen und wo anders abzusetzen.</p>

<p>Die tatsächliche Bachelorarbeit ist im Wesentlichen eine recht detaillierte technische Dokumentation des Codes. Da ich mir nicht ganz sicher war, wie detailliert ich gehen sollte, ist sie deutlich zu lang geworden, was aber niemanden störte. Im Endeffekt kann ich an so ziemlich jeder Ecke des Simulators sagen, dass man es hätte noch schöner, realistischer oder besser machen können; für ein Werkzeug, um Schulkindern das Programmieren beizubringen, braucht man das aber nicht. Meine Betreuer und die Gutachter waren auf jeden Fall begeistert, und haben mir die Note 1,0 gegeben. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich da nicht ziemlich stolz drauf bin.</p>

<h3>Und weiter</h3>

<p>Tatsächlich war ich anscheinend so gut, dass man mir einen HiWi-Job angeboten hat. Daher arbeite ich seit einiger Zeit für den Lehrstuhl als Programmierer. Meine Hauptaufgabe hierbei: Den Simulator verbessern. Neben allgemeinen Verbesserungen gibt es da zwei entscheidende Projekte.</p>

<p>Zuerst gibt es Gedanken, neue Formen zu entwickeln, wie man den Roboter (in der realen Welt) steuern kann, beispielsweise von Handys aus auf verschiedene Arten. Natürlich soll das auch auf dem Simulator laufen, denn der echte Lego-Roboter ist in der Zwischenzeit nicht billiger geworden. Daher habe ich den Simulator so erweitert, dass man recht einfach eine Fernsteuerung für ihn basteln kann. Im Prinzip ist das nichts furchtbar spannendes, denn der Netzwerkmodus hat ja schon alle Features, die dafür nötig sind. Vor allem musste ich das User-Interface etwas anpassen. Die anderen Projekte sind noch nicht so weit, aber ich kann zumindest schon mal das Demoprogramm (gerade im Leerlauf) zeigen:</p>

<p><img src="/bachelorthesis/robosim_remote_small.jpg" alt="Das Programm enthält Felder zur Auswahl des Servers, Felder die den aktuellen Wert der Sensoren anzeigen, und Bereiche um die Motorausgänge zu steuern." /></p>

<p>Sonderlich hübsch ist das sicher nicht, es geht aber bei diesem sehr kleinen und einfachen Java-Programm auch nur darum, zu zeigen, dass es geht.</p>

<div><img src="/bachelorthesis/robosim_android.jpg" alt="Ein HTC Desire Telefon auf dem der Simulator läuft."></div>

<p>Das andere große Projekt: Der Simulator soll auch auf Tablets laufen, und da die Computer-Supported Learning Research Group (wo das alles stattfindet) der mehr-oder-minder offizielle Android-Lehrstuhl ist, hieß das natürlich: Der Simulator muss auf Android portiert werden. Ich bin ja eigentlich eher iPhone gewöhnt, aber es ist auch mal eine interessante Erfahrung zu sehen, wie die Leute in Mountain View es machen. Ich werde dazu demnächst etwas mehr schreiben. So viel vorab: Eine glühende Empfehlung wird es nicht werden. Dafür ist das Native Development Kit, was man braucht um im Java-lastigen Android mit C++ zu programmieren, noch zu roh.</p>

<div><img src="/bachelorthesis/robosim_iphone.jpg" alt="Ein Apple iPhone 3GS mit dem Simulator."></div>

<p>Im Interesse der Fairness, und vor allem um Multitouch zu testen ohne die Hardware zu haben (das Android-Telefon oben ist vom Lehrstuhl geliehen), habe ich aber auch einen voll funktionsfähigen iPhone-Port. Wer gut aufpasst, dem mag aufgefallen sein, dass weder das HTC-Handy oben noch mein iPhone Tablets sind. Leider ist dies unvermeidlich, da weder die bestellten Android-Tablets des Lehrstuhls, noch mein privates iPad 2, bis jetzt da sind. Die Handys reichen aber aus, um zu testen, ob der Simulator überhaupt auf dem Betriebssystem läuft. Größere Bildschirme sind dann recht einfach.</p>

<p>Zu guter letzt: Ja, es ist geplant den Simulator zu veröffentlichen, als Open Source sogar. Wann und wie genau steht noch nicht fest, aber ich werde es hier im Blog und <a href="https://twitter.com/zcochrane">auf Twitter</a> bekannt geben, sobald es läuft.</p>
]]></description>
			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/4/Lego+Mindstorms+Simulator</link>
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			<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 16:23:38 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Was nun mit Goslar?</title>
			<description><![CDATA[<p>Der Wahlausschuss wird erst morgen tagen, aber das Ergebnis ist jetzt schon deutlich genug: Der Goslarer Oberbürgermeister Henning Binnewies (SPD) ist abgewählt. Nach dem der Rat mit nur drei Gegenstimmen beschlossen hatte, das Abwahlverfahren einzuleiten, haben jetzt 87% der Wähler dem zugestimmt, bei einer Wahlbeteiligung von 44% - kein schlechter Wert wenn man berücksichtigt dass es eine sehr plötzlich angesetzte Kommunalwahl war, für die der Wahlkampf ausschließlich in NDR, Goslarscher Zeitung und dem Internet statt fand.</p>

<h3>Gründe der Abwahl.</h3>

<p>Zu der Abwahl gab es letztlich auch keine sinnvolle Alternative. Herr Binnewies hat es immer wieder geschafft, letztlich so ziemlich jeden, der in Goslar wichtig ist oder sich dafür hält, vor den Kopf zu stoßen. Dazu kommen Vorwürfe, dass die Verwaltung der Stadt Freunde von Binnewies beispielsweise bei dem Verkauf eines Grundstückes bevorzugt hat, während auf der anderen Seite erklärte Gegner des OBs von Schikane beispielsweise bei Baugenehmigungen berichten. Was daran stimmt ist für mich sehr schwer zu sagen, aber die Vorwürfe sind konkret und die Rechtfertigungen vage genug, dass es mir schwer fällt zu glauben, es wäre nichts an ihnen dran. Dazu kommen auch noch Nettigkeiten wie die Tatsache, dass die Finanzverwaltung der Stadt anscheinend völlig damit überfordert ist, die Stadt auf die doppelte Buchführung umzustellen, und es daher durchaus ein gewisses Rätsel ist, wie viel Geld und Schulden die Stadt denn nun eigentlich hat. Und natürlich beschwerte sich der Rat wiederholt darüber, dass seine Beschlüsse von der Verwaltung gerne mal ignoriert wurden. Unter diesen Umständen wäre es nicht wirklich sehr realistisch gewesen, zu erwarten, dass es doch noch zu einer sinnvollen Zusammenarbeit kommen würde.</p>

<h3>Wie weiter?</h3>

<p>Aber gut. Am 12. April übernimmt der Erste Stadtrat (Klaus Germer) die Verwaltungsaufgaben und die Stellvertreterinnen die repräsentativen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass vor den niedersächsischen Kommunalwahlen am 11. September 2011 noch ein richtiger Nachfolger kommt. Wer auch immer dann der/ die neue Bürgermeister/Bürgermeisterin wird, hat aber keine leichte Aufgabe vor sich.</p>

<p>Goslar ist eine sehr stolze Stadt. Zwar ist die größte Hochzeit mit den Riechenberger Verträgen immerhin schon 1552 zu Ende gegangen, aber das scheint viele hier nicht sehr zu stören. Die Stadt leistet sich ein sehr umfassendes Kulturprogramm, viel moderne Kunst inklusive eines eigenen Kunstpreises (der Goslarer Kaiserring) und noch gleich einem weiteren für Musik (der Paul-Lincke-Ring), ein recht großes Theater, ein umfassendes Programm in Kleinkunst und so weiter, dazu aber natürlich noch verschiedene Museen und eine enorme Anzahl Baudenkmäler in der historischen Altstadt (gegründet 922). Auch sonst gibt es viele Sachen, die anderswo schon längst weg wären, wie ein leidlich akzeptables Stadtbusnetz oder dass die Schulen in städtischer Trägerschaft liegen (und nicht beim Landkreis).</p>

<p>Zu einem gewissen Grade könnte man meinen, die Stadt kann sich das erlauben. Goslar spielt eine wichtige Rolle als regionales Mittelzentrum. Kurz gesagt: Wenn man am Nord-West-Ende des Harzes oder in dessen Vorland wohnt, dann ist Goslar die Stadt, in die man am ehesten fährt um mal zu shoppen, ins Kino zu gehen und so weiter. Auch der Tourismus ist relativ stark, wogegen er weiter im Inneren des Oberharzes<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup> stark zurückgeht.</p>

<p>Darunter muss man aber sehen, dass es Goslar keineswegs gut geht. Die Einwohnerzahlen sind seit 1961 kontinuierlich zurückgegangen (die einzige Ausnahme entstand durch die Eingemeindung von Hahnenklee 1973). Die traditionellen Beschäftigungen, wie die Erzgewinnung und Verarbeitung, aber auch Sekundärmetallerzeugung und selbst das Gose-Bier sind schon lange eingestellt oder haben ihre Bedeutung verloren. Mit der Wiedervereinigung hat sich zwar der Kundenkreis für die Goslarer Geschäfte stark nach Osten erweitert, aber mit Wernigerode und Halberstadt ist auch neue Konkurrenz entstanden. Die direkte Zonenrandförderung, aber auch die Bundeswehr und der Bundesgrenzschutz, sind weg. Andere Industrie hat das zu einem großen Teil aufgefangen, aber trotzdem liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 10%. In Rankings, wie gut eine Region für die Zukunft aufgestellt ist, wie familienfreundlich und so weiter, landet der Landkreis Goslar gerne weiter hinten.</p>

<p>Also sind Einschnitte notwendig, auch und gerade da, wo es weh tut. Das zu vermitteln wird nicht einfach - die größte Demonstration in Goslar in den letzten zehn Jahren war vor wenigen Wochen, als bekannt wurde, dass die Theaterpädagogik, in Goslar sehr stark, im Prinzip abgeschafft werden sollte. Ich bin nun nicht unbedingt der größte Freund der Goslarer Theaterpädagogik (und wüsste über Bekannte sogar ein paar sehr schöne Stories über ungerechte Bevor- und Benachteiligung bei einigen Projekten), aber es zeigt, dass es nicht einfach wird, alles zu kürzen.</p>

<p>Und natürlich löst eine Streichliste nicht die Probleme der Stadt. Es werden kaum mehr Leute nach Goslar ziehen nur weil die Stadt gerade weniger attraktiv wird. Natürlich können die vielen Fördervereine einiges besonders im Kulturbereich übernehmen, aber deren Leistungsfähigkeit ist auch begrenzt (nicht zuletzt weil es immer die selben sind, die in den verschiedenen Vereinen engagiert sind). Goslar muss mehr investieren und zukunftsfähiger werden. Ansätze wie das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) sind gut, genau wie auch der neue Masterstudiengang Energienochwas. Beide gehören zur TU Clausthal. Ich persönlich denke, dass Goslar alles daran setzen sollte, so viel wie möglich von der TU aus der Bergstadt herunterzuholen. Das würde Goslar gut tun und, dank deutlich besserer Verkehrsanbindung und einer deutlich attraktiveren Stadt, auch der TU und deren Studenten<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" rel="footnote">2</a></sup>. Es würde wohl der Stadt Clausthal-Zellerfeld nicht gut tun, aber irgendwo sehe ich für die Stadt so oder so keine großen Zukunftsperspektiven mehr.</p>

<h3>Zusammenfassung</h3>

<p>Der neue Oberbürgermeister muss also Sachen, die den Goslarern lieb und teuer sind, streichen, und sie davon überzeugen dass sie das selbst wollen. Er oder sie muss aber gleichzeitig Geld finden, um die Stadt neu zu positionieren, Wirtschaft und Forschung anzulocken, und das auch auf Kosten der anderen Städte in der Region. Ich will nicht sagen, dass wir einen Zauberer brauchen; schlecht wäre es aber auch nicht.</p>

<div class="footnotes">
<hr />
<ol>

<li id="fn:1">
<p>Der echte Oberharz. Die Stadt &#8220;Oberharz am Brocken&#8221; in Sachsen-Anhalt liegt weder im Oberharz noch am Brocken.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

<li id="fn:2">
<p>Clausthal-Zellerfeld ist die einzige Universitätsstadt Deutschlands ohne Bahnanschluss (1977 eingestellt) und, mit Blick auf das Wetter, zwei Wintersemestern pro Jahr. Trotzdem sind die Studentenzahlen in den letzten Jahren gestiegen, was mich etwas verwundert. Die Innenstadt hat aber trotzdem mehr und mehr zugemacht.&#160;<a href="#fnref:2" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

</ol>
</div>
]]></description>
			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/4/Was+nun+mit+Goslar%3F</link>
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			<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 19:10:31 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Das Plagiat</title>
			<description><![CDATA[<p>Es gibt einiges erstaunliches an der Diskussion über den Doktortitel von Karl-Theodor zu Guttenberg, aber nichts erstaunlicher als die Tatsache, dass es immer noch <a href="https://www.facebook.com/ProGuttenberg">sehr viele Leute</a> gibt, die ihn unterstützen und das ganze gar nicht so schlimm finden (vermutlich jetzt wieder mehr, nach dem er den Doktortitel ruhen lässt). Angesichts der Sachlage ist das nicht nur verwunderlich, sondernd schlicht und ergreifend falsch, und das möchte ich hier mal näher ausführen.</p>

<h3>Hintergrund</h3>

<p>Ich denke jeder sollte die Affäre jetzt kennen, aber ich kenne erstaunlich viele Personen (d.h. genau eine) die davon nichts mitbekommen haben, daher noch mal als kurze Zusammenfassung: Karl-Theodor zu Guttenberg hat 2007 promoviert, mit einer Dissertation die den Verfassungsprozess in der EU und den USA vergleicht. Wie sich aber herausstellte, sind große Teile der Dissertation nicht sein eigener Text, sondern kopiert aus Zeitungsartikeln, Diplomarbeiten, Berichten des wissenschaftlichen Diensts des Bundestages und ähnlichen Quellen. Die ausführlichste Auflistung aller bisher bekannten Fällen von Kopien gibt es im <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">GuttenPlag Wiki</a>; wem dies zu unseriös ist, der aktuelle Spiegel enthält auch genügend Beispiele.</p>

<h3>Ist das schlimm?</h3>

<p>Dass die betroffenen Stellen in der Arbeit enthalten sind, kann keiner bestreiten. Auch dass es sich um wesentliche Anteile handelt ist ziemlich klar. Das GuttenPlag Wiki sagt im Augenblick, dass auf 72,77% der Seiten (Inhaltsverzeichnis und Anhänge nicht mitgerechnet) Plagiate gefunden wurden. Die entscheidende Frage ist, wie das zu bewerten ist. Und das ist eigentlich ganz einfach: Es handelt sich hier klar um eine dreiste Täuschung.</p>

<p>Von Seiten der ProBerger konnte man in der vergangenen Woche viele Argumente dagegen hören, die aber alle am Ziel vorbei führen. Erst einmal handelt es sich hier nicht um kleine Fehler oder Unachtsamkeit. Es ist ja nicht so, als ob hier und da ein Anführungszeichen vergessen wurde. Ein Zitat in einer wissenschaftlichen Arbeit wird immer kommentiert und bewertet. Diese Dissertation tut aber so, als seien die jeweiligen Textstellen Dinge, die KT sich selbst ausgedacht hätte. Dort Anführungszeichen zu setzen würde aus den betreffenden Teilen des Textes nur eine Anreihung von Zitaten machen, was wissenschaftlich nutzlos wäre.</p>

<p>Es ist auch keineswegs ein Kavaliersdelikt. Die Erklärungen, die man selbst für ein einfaches Seminar (Umfang maximal zehn Seiten) unterschreiben muss, sind schon deutlich und klar genug: Abschreiben ist nicht, im Wiederholungsfalle kann durchaus eine Exmatrikulation drohen. Der Doktortitel, immerhin der einzige Namenszusatz den man hier mit eigener Leistung kriegen kann, ist nun das absolut höchste was es in der akademischen Welt gibt. Hier Mist zu machen, für den man im Erstsemester durchfallen würde, ist deutlich mehr als nur ein einfaches Abschreiben in der Klassenarbeit in der Grundschule.</p>

<p>Nun sagen manche, dass ja in Doktorarbeiten sowieso viel abgeschrieben würde. Ich kenne einige Doktoren, die dies zu Recht als persönliche Beleidigung empfinden. Aber selbst wenn es so wäre: Das macht diese Dissertation kein bisschen besser. Fehlverhalten wird nicht dadurch richtig, dass andere damit durchkommen.</p>

<p>Guttenberg gehört der Doktortitel aberkannt. Das er jetzt selbst angekündigt hat, ihn nicht mehr zu führen, ist irrelevant, denn er hat keineswegs das Recht, zu Entscheiden, ob er ein Doktor ist oder nicht. Das darf nur die Universität Bayreuth. Dass er selbst einsieht, dass er mit dieser Täuschung nicht mehr durchkommen kann, ist gut, aber ändert nicht die Tatsache, dass er es gemacht hat.</p>

<h3>Bitte zurücktreten!</h3>

<p>Für viele stellt sich jetzt die Frage, ob Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister zurücktreten sollte. Ich persönlich frage mich immer wieder, wieso es in Deutschland eigentlich üblich ist, mächtigen Leuten, die Mist gebaut haben, selbst die Entscheidung zu überlassen, ob, wann und wie sie gehen<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup>, aber so ist das nun mal. Meine Antwort ist klar: Er sollte gehen.</p>

<p>Es geht dabei nicht darum, dass er kein Doktor ist. Das war noch nie Vorraussetzung für den Job als Verteidigungsminister. Es ist auch nicht relevant, dass es sich &#8220;nur&#8221; um akademische Fehlleistungen handelt<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" rel="footnote">2</a></sup>. Der Punkt ist, dass er gewaltig betrogen hat, um einen für ihn praktisch gesehen nutzlosen Doktortitel zu kriegen, also aus Eitelkeit. Für jemanden, der gerade behauptet immer für Wahrhaftigkeit und gewissenhaftes Arbeiten zu stehen, ist das natürlich besonders ironisch. So oder so ist es aber inakzeptabel. Ein wenig moralische Standards hätte ich doch schon gerne in unserer Bundesregierung.</p>

<h3>Nein, ich bin nicht in der SPD</h3>

<p>Zu guter letzt hört man von den Guttenberg-Unterstützern oft, dass die Angriffe alle aus dem linken Lager kämen, oder von Neidern, oder anderen Leuten die einen irrationalen Hass auf ihn hätten. Das ist Blödsinn. Ich will nicht bezweifeln, dass viele derer, die das schlecht finden, ihn auch vorher nicht mochten, aber das heißt ja noch lange nicht, dass sie unrecht haben. Die Fakten sprechen eine Sprache, die auch Leute mit positivem Guttenbergbild nicht ignorieren sollten. Ich persönlich bewundere beispielsweise sehr, wie er geschafft hat, die Wehrpflicht abzuschaffen, was ich a) begrüße und b) nicht so schnell erwartet hätte. Aber das ändert alles nichts an den Fakten, und die sagen für mich eindeutig: Guttenberg muss zurücktreten. Ob er es auch tatsächlich macht, wird sich noch zeigen. Wenn es einen gibt, der solch eine Sache im Amt überstehen kann, dann sicher er. Er hat aber den Respekt vieler Leute, mich eingeschlossen, klar verloren.</p>

<div class="footnotes">
<hr />
<ol>

<li id="fn:1">
<p>Wie man es richtig macht sieht man in Goslar, wo der Oberbürgermeister Henning Binnewies nach Überschuldung der Stadt und jahrelangen Reibereien mit dem Rat nicht etwa selbst geht, sondernd nun von der Bevölkerung abgewählt werden soll.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

<li id="fn:2">
<p>Das akademische Leistungen in einem Land, dass sich sonst gerne als eines der Dichter und Denker bezeichnet, als so nebensächlich gesehen werden, ist auch interessant.&#160;<a href="#fnref:2" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

</ol>
</div>
]]></description>
			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/2/Das+Plagiat</link>
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			<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 21:23:57 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Belangloses zur S-Bahn</title>
			<description><![CDATA[<p>Im neuen Spiegel ist ein großer Artikel zum immer noch bestehenden Chaos der Berliner S-Bahn, zweifellos kein langweiliges Thema. Besonders wer regelmäßig Eisenbahnzeitungen liest wird dort natürlich nichts neues erwarten, aber vielleicht Hintergrundinformationen die so noch nicht bekannt waren, oder wenigstens eine gute Zusammenfassung. Geliefert wird… nichts.</p>

<p>Der Artikel zitiert in der ersten Spalte den Sprecher der FDP im Berliner Verkehrsausschuss mit den Worten &#8220;Ihre Stellungnahme, Herr Grube, ist in hohem Maße enttäuschend. Sehr viel technisches Zeugs. Aber das interessiert die Berliner doch gar nicht&#8221;, und man kriegt den Eindruck, dass dies das Mission Statement für den ganzen Artikel ist. Das &#8220;technische Zeugs&#8221;, das ja doch die Ursache für das Problem ist, interessiert den Spiegel nicht. Statt dessen kommen Gespräche mit Leuten, die das Problem auch nicht lösen können und darüber traurig sind.</p>

<p>Natürlich wird auch Ursachenforschung betrieben, und die Ursache ist leicht gefunden: Die Bahn will an die Börse, hat Arriva gekauft, baut Hochgeschwindigkeitsstrecken in Katarr, also muss folgerichtig die Berliner S-Bahn dran glauben. Was der genaue Zusammenhang ist und wieso trotz allem beispielsweise die S-Bahn in Hamburg, genauso ein Sondersystem wie Berlin (wenn auch inkompatibel, man kann also keine Züge vorbeischicken), noch funktioniert, bleibt eine Aufgabe für den Leser. So lange man den Ausdruck &#8220;kaputtgespart&#8221; verwendet hat, scheint die Ursachenanalyse erledigt zu sein.</p>

<p>Dabei ist es ja nicht so, als ob es zu dem Thema nichts zu sagen gäbe. So wie die Untersuchung im Auftrag der DB, die belegte, dass die Abläufe in der S-Bahn Berlin GmbH auch im Vergleich zum restlichen Konzern absolut mangelhaft waren. Auch der Streit, ob denn nun Bombardier mangelhafte Züge geliefert, oder die Bahn mangelhafte Züge bestellt hat, wäre mehr als nur relevant, besonders da es aussieht als könnte die Bahn bei der Bestellung von neuen IC-Zügen in die selbe Situation kommen (hier streitet man sich mit Siemens, wo man nicht bereit ist, zu garantieren, dass ein Zug korrekt funktioniert der so wenig kostet, wie die Bahn es gerne hätte, weswegen sich die Auftragserteilung weiter verzögert). Zu guter letzt könnte man auch versuchen, die Frage zu beantworten, wieso die Züge der Baureihe 481 von 1996 bis Anfang 2009 größtenteils problemlos fuhren und dann auf einmal nicht mehr. Keineswegs eine einfache Aufgabe, aber der Spiegel stellt die Frage nicht mal.</p>

<p>Schließlich kann man so einen Artikel nicht beenden, ohne nach dem Ausblick zu fragen, was für den Spiegel heißt: Wann wird die S-Bahn wieder normal fahren? Als Antwort gibt er sich mit &#8220;Keine Ahnung&#8221; zufrieden, oder besser gesagt, er fragt danach nicht weiter nach. Wie steht es mit den angefachten Plänen, neue Züge zu kaufen? Was könnte das für zukünftige Ausschreibungen bedeuten? Irrelevant. Neue Züge und Ausschreibungen werden, unabhängig voneinander, kurz erwähnt, beide nur mit dem Hinweis dass sie kurzfristig die Lösung nicht bringen. Langfristige Lösungen sind wohl für den Spiegel hier nicht nötig.</p>

<p>Aber gut, dass ist ja alles nur &#8220;technisches Zeugs&#8221;, dass die Berliner doch gar nicht interessiert. Die, oder zumindest der Spiegel, wollen nur wissen warum die Bahn nicht fährt und wann es wieder normal wird, aber bitte als Antwort nur &#8220;Mehdorn und Grube&#8221; und ein konkretes Datum hören.</p>
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			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2011/1/Belangloses+zur+S-Bahn</link>
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			<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 12:08:08 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Harry Potter 7a</title>
			<description><![CDATA[<p>Ich bin endlich dazu gekommen, Harry Potter 7 Episode 1 zu sehen, und dachte ich schreibe mal (garantiert Spoiler-frei) was ich davon hielt. Den Plot werde ich komplett ignorieren; ich denke ihr habt entweder schon das Buch gelesen, wollt nicht dass ich was verrate, oder interessiert euch eh nicht dafür. Statt dessen geht es mir darum wie es alles im Film umgesetzt wurde.</p>

<p>Wenn ich meine Gefühle in einem Wort zusammenfassen müsste, wäre es &#8220;episch&#8221;. Aber wenn man mir zwei erlauben würde, wäre es wohl &#8220;zu episch&#8221;. Epischkeit kann übertrieben werden, und der Film versucht es zumindest stark. Man meint, der Regisseur wollte, dass jedes Einzelbild auch als Postkarte verkauft werden könnte, und daher haben wir unsere drei Helden mit bedeutungsschweren Blicken, viel Weitwinkel, sehr exakt komponierte Bilder, all die besten Special Effects die man für Geld kriegen kann und einige für die es Organe braucht, und natürlich unendliche Mengen an britischen Nationalparks. Und es funktioniert: Fast jede Einstellung wirkt irgendwie episch. Dabei hilft auch das Farbschema, was destruiert, kalt und blau ist, als ob das eine ARD oder vielleicht sogar ARTE-Produktion wäre.</p>

<p>Nur ist das eben zu viel. Die ganzen bedeutsamen Gesichtsausdrücke scheinen oft normale Gespräche zu ersetzen, und der Dialog der da ist, ist selbst wieder Exposition oder furchtbar bedeutend in irgend einer Form, mit den Schlussfolgerungen wieder in bedeutenden Blicken kodiert. Zusammen mit dem blauen Farbschema und dem Bildaufbau wirkt es alles kalt und distanziert. Der Witz, der doch ein großer Teil der Bücher war, taucht zwar auf, aber nur so selten dass es mehr wie nachher noch reingeworfen wirkt. Fast nie hat man den Eindruck dass unsere Helden nicht nur eben Helden, sondernd auch normale Menschen und Freunde sind.</p>

<p>Natürlich werde ich nicht über den Plot an sich erzählen, aber es ist doch interessant wie er angepasst wurde. Ein paar Szenen sind neu, viele sind weggelassen, das ist normal, aber leider sind viele Subplots in Stücke gerissen. Der Film geht wohl davon aus dass wir uns selbst etwas ausdenken, oder noch wahrscheinlicher, das Buch kennen, und erklärt daher viele Aspekte nicht wirklich. Es ist auch etwas seltsam dass einige wiederkehrende Charaktere aus den früheren Büchern erst hier Harry vorgestellt werden, weil sie hier wichtig sind. Es macht zwar Sinn, aber der Film geht gleich danach wieder davon aus, dass sich alle schon seit Jahren kennen. Sinnvoller gewesen wäre es wohl, einfach so zu tun als ob sie vorher dabei gewesen wären. Bei der großen Anzahl von Charakteren die nur mal ihr Gesicht vorbeitragen und sofort wieder verschwinden wäre es sicher nicht aufgefallen.</p>

<p>Ehrlich gesagt denke ich, dass Harry Potter nie eine Filmreihe hätte sein sollen. Die Bücher sind dafür schlecht geeignet, weil es nur sehr wenige Subplots und Charaktere gibt, die überhaupt keinen Einfluss haben. Statt dessen hätte ich lieber eine Fernsehserie mit richtig guter Qualität gehabt, vergleichbar (nicht inhaltlich) zum Beispiel mit Rome, nur ohne dass es nach der zweiten Staffel eingestellt wird. Jede Verfilmung der Bücher muss ein Kompromiss sein, und ich denke die letzten drei Filme haben das nicht perfekt gelöst gekriegt.</p>

<p>Trotz alledem ist es keineswegs ein schlechter Film. Ich hatte Spaß dabei, und wer die vorherigen mochte wird auch diesen wieder mögen.</p>
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			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2010/12/Harry+Potter+7a</link>
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			<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 17:06:42 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Staatsbürger in Uniform </title>
			<description><![CDATA[<p>Derzeit läuft ja mal wieder die Debatte über die Wehrpflicht, eine Änderung die ich befürworte. Meine Vermutung: Bis 2020 ist sie weg, diese Legislaturperiode wird sie aber überleben. In der Debatte bis dahin tauchen aber viel die Phrasen &#8220;Staatsbürger in Uniform&#8221;, &#8220;Parlamentsarmee&#8221; und &#8220;Verankert in der Gesellschaft&#8221; von Wehrplichtbefürwortern und als ihr großes Feindbild der &#8220;Staat im Staat&#8221; auf. Was soll mir das eigentlich sagen?</p>

<p>Die Vorstellung, die hinter all dem steckt, scheint zu sein, dass ein ständiger Durchfluss von Menschen, die nicht von sich aus Soldat geworden wären, geeignet und sogar nötig ist um sicherzustellen, dass nicht plötzlich die Bundeswehr einen Putsch veranstaltet oder zu viel Einfluss erhält.</p>

<p>Damit drängen sich für mich zwei Fragen auf: Wie gefährlich ist die Bundeswehr, und wie gut ist die Wehrpflicht geeignet, diese Gefahr zu reduzieren? In Zeiten, wo die Terrorbekämpfung uns immer mehr Rechte wegschneiden will, man siehe z.B. das SWIFT-Abkommen, hat die Bundeswehr nun gerade nicht mehr Möglichkeiten erhalten, unsere Rechte einzuschränken. Das einzige, was nahe kam, war das gekippte Flugzeugabschussgesetz. Es sieht also augenblicklich nicht so schlimm aus für uns.</p>

<p>Statt dessen soll die Wehrpflicht aber auch vor Weimarer Verhältnissen und Wiederholungen des ersten und zweiten Weltkrieges schützen. Aber war dort das zu große Militär eine Gefahr? Die Unruhen der Weimarer Republik gingen zu großen Teilen auf das Konto von privaten rechts- und linksextremen Verbänden, die zwar besonders am rechten Ende der Wehrmacht nahe standen, aber keinesfalls dazu gehörten. Die Wehrmacht selbst war ja durch den Vertrag von Versailles gerade zu klein, um direkt Einfluss zu haben, egal wie radikal sie wahr.</p>

<p>Ein Vergleich mit jeweils Kaiser- und Nazi-Zeit macht natürlich keinen Sinn, denn dort gab es sehr wohl auch eine Wehrpflicht, die offensichtlich keinen Weltkrieg stoppen konnte. Auch waren dort (und im späteren Weimar) die starke Rolle der Armee durchaus politisch gewünscht und der Armee auferlegt. &#8220;Staat im Staate&#8221; passt kaum, wenn der ganze Staat, politisch gewollt, militarisiert ist.</p>

<p>Wie nun würde denn ein Wehrpflichtiger helfen, die Bundeswehr nicht zu mächtig werden zu lassen? Falls es das Ziel ist, die Bundeswehr wenig Leistungsfähig zu halten, in dem sie ihre Zeit mit der Ausbildung von Leuten, die eh bald wieder weg sind, verplempert, nun, es gibt ja Experten die meinen dass das funktioniert. Realistisch gesehen ist aber wohl eher gemeint, dass Wehrpflichtige Missstände eher anprangern als Leute, die sich auf Jahre verpflichtet haben. Ich würde aber eher erwarten, dass alle Bundeswehrangehörige das tun, und dass sich das vor allem daran entscheidet wie die Kultur insgesamt ist. Wenn allen Soldaten eingeprägt wird, sie sollen nicht aufmucken, wird es auch ein Wehrpflichtiger nur selten tun. Herrscht aber andererseits eine Kultur, wo alle sich beschweren können und sollen wenn etwas wirklich schief läuft, dann glaube ich kaum dass Wehrpflichtige aktiver sind. Im Rahmen des Full Disclosure muss gesagt sein, dass ich Zivi war. Wenn jemand also beim Bund komplett andere Erfahrungen gemacht hat als die, die ich mir hier ausdenke, dann würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen!</p>

<p>Aber angenommen Wehrdienst würde funktionieren um die Bundeswehr schön demokratisch zu halten. Dann ist immer noch der Punkt, dass Wehrdienstleistende gerade nicht da hin dürfen, wo die Bundeswehr tatsächlich arbeitet, namentlich vor allem Afghanistan. Natürlich kann ein Wehrdienstleistender freiwillig verlängern und darf dann auch in den Sandkasten, aber ob und wie sehr sich so jemand letztlich &#8220;demokratisch&#8221; von einem Unterscheidet, der sich komplett freiwillig verpflichtet hat, kann ich nicht einschätzen.</p>

<p>Afghanistan zeigt aber ein ganz anderes Problem. Es gibt im Grundgesetz eine sehr effektive Schranke für die Macht der Bundeswehr. Sie darf <em>eigentlich</em> nur zur Verteidigung auf NATO-Gebiet eingesetzt werden. Das schränkt, mit voller Absicht, ihre Möglichkeiten stark ein. Zumindest theoretisch. Praktisch steht sie aber in Kabul. Es ist mir relativ egal was für Wortkonstruktionen die Bundesregierung erfindet, der Afghanistan-Einsatz, aber auch die meisten anderen internationalen, gehen an dem Geist der entsprechenden Verfassungsparagrafen meilenweit vorbei. Plötzlich haben wir eine Armee die kämpft, obwohl keiner Deutschland angreift, und deren Entscheidung echte, dramatische Konsequenzen haben, und die demnach auch die Zeit der Politik beansprucht. Hätte ich wirklich mehr Angst vor der Bundeswehr als vor Ursula von der Leyen, dann würde mich der Afghanistan-Einsatz deutlich mehr beunruhigen als eine Abschaffung der Wehrpflicht.</p>
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			<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 17:08:33 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Kommentare gehen wieder</title>
			<description><![CDATA[<p>Ich habe mich jetzt endlich daran gemacht, den schon lange versprochenen Spam-Filter zu schreiben, was erstaunlich einfach ging. Daher könnt ihr jetzt wieder Kommentare schreiben.</p>

<p>Der Filter ist ein sogenannter naiver Bayes-Spamfilter, der die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass ein Eintrag Spam ist, basierend darauf wie oft ein Wort in Spam- und Nichtspam-Kommentaren gesehen wurde. Die Implementierung folgt dabei ziemlich exakt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bayesian_spam_filtering">dem englischen Wikipedia-Artikel</a>, ohne weitere Heuristiken für seltene Wörter oder anderes.</p>

<p>Falls es jemanden interessiert, ich kann gerne den Code hochladen, es ist erstaunlich wenig. Der wichtigste Einzelpunkt, der mir aufgefallen ist: Der Spam-Filter spielt leicht verrückt wenn ein Wort entweder als Spam oder als &#8220;erlaubtes&#8221; Wort nie gesehen wurde. Um dies zu vermeiden, wird bei jedem neuen Wort erst mal eine Sichtung sowohl als Spam als auch als nicht-Spam eingetragen, bevor die echten Sichtungen beginnen. Natürlich verfälscht das Ergebnis etwas, aber nicht genug um echt zu stören.</p>

<p>In der jetzigen Form hat der Filter drei Stufen. Kommentare deren Spam-Wahrscheinlichkeit über 95% liegt werden gar nicht erst in die Datenbank geschrieben, sondernd sofort abgelehnt. Kommentare mit einer Spam-Wahrscheinlichkeit von 70% werden eingetragen, aber erst angezeigt sobald ich entschieden habe dass sie kein Spam sind. Diese Entscheidung trainiert den Spam-Filter weiter, so dass er in Zukunft immer genauer werden sollte. Natürlich kann es sein dass ich beide Grenzen noch anpassen muss.</p>
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			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2010/7/Kommentare+gehen+wieder</link>
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			<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 23:36:07 +0000</pubDate>
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		</item>

		<item>
			<title>Neues Auto </title>
			<description><![CDATA[<p>Eigentlich wollte ich wegen deswegen keinen neuen Blogpost machen, aber <a href="http://gernert-net.de/">Björn</a> sagte, dass ich sollte. Daher hier: Mein neues Auto!</p>

<p><img src="/artikel/alfa147_550.jpg" alt="Ein grauer dreitägiger Kompatkwagen" /></p>

<p>Der Hintergrund ist, dass mein vorheriges Auto in einem relativ kleinen Unfall<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup> einen Totalschaden erlitt. Das machte mich traurig, aber der neue Wagen lenkt sehr gut davon ab. Es ist ein Alfa Romeo 147, Baujahr 2004, mit dem 2.0 Liter TwinSpark-Motor (150 PS), normalem Getriebe und Extras wie Lederausstattung, Tieferlegung, Schiebedach, ESP, ASR und vielen anderen, die ich technisch nicht gesehen nicht brauche, aber doch sehr gerne habe.</p>

<p>Das Auto braucht ein neues Radio, da das jetzige keinen Eingang für iPods hat (Ich verwende einen Radiotransmitter, aber das ist nicht wirklich ideal). In allen anderen Bereichen ist das Auto einfach nur toll.</p>

<div class="footnotes">
<hr />
<ol>

<li id="fn:1">
<p>Niemand verletzt. Der Unfall war auch nicht meine Schuld, ich war nicht mal im Auto als es passierte. Bei diesem Auto werde ich jetzt doch vorsichtiger sein, wenn ich es verleihe.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></p>
</li>

</ol>
</div>
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			<link>http://www.ferroequinologist.de/de/blog/2010/6/Neues+Auto+</link>
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			<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 21:05:01 +0000</pubDate>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>

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